Autoren
Georges Anglade

Georges Anglade,
Foto: Mireille Neptune-Anglade
Georges Anglade, geboren 1944, aufgewachsen in der haitianischen Provinz, war als Schriftsteller ein Spätberufener. Zuvor war er als Geograf Autor mehrer Standardwerke über Haiti und führendes Mitglied der Demokratiebewegung seines Landes. Ein scharfzüngiger aber nie zynischer politischer Satiriker, der wusste, wovon er schrieb, hatte er doch den meisten seiner Kollegen zwei Erfahrungen voraus: das Gefängnis (unter Duvalier) und ein Ministeramt (unter Aristide). Den haitianischen Lesern war er auch als Kolumnist der Zeitung „Le Nouvelliste“ bekannt. Als Literat pflegte er das Genre der lodyans, das er als die typisch haitianische Literaturgattung wiederentdeckt und wiederbelebt hat. Georges Anglade war verheiratet mit Mireille Neptune-Anglade, Wirtschaftswissenschaftlerin und Verfasserin des Standardwerks „l’autre moitié du développement“. Beide kamen am 12. Januar 2010 bei dem Erdbeben in Haiti ums Leben.
Georges Anglade bei Litradukt
Maryse Condé

Maryse Condé
Maryse Condé, eine der wichtigsten Autorinnen der Frankophonie, wurde am 11. Februar 1937 in Pointe-à-Pitre auf Guadeloupe geboren. Sie studierte Vergleichende Literaturwissenschaften an der Sorbonne und promovierte über Stereotypen von Schwarzen in der westindischen Literatur. Mit ihrem Mann Mamadou Condé, einem Schauspieler aus Guinea, lebte sie in Afrika, unter anderem in Mali, wo sie zu ihrem Bestseller „Segu“ angeregt wurde.
1993 erhielt sie als erste Frau für ihr Gesamtwerk den Puterbaugh-Preis. Sie lehrte frankophone afrikanische Literatur an der Sorbonne und der Columbia University, New York. Mit ihrem zweiten Mann, dem Übersetzer Richard Philcox, lebt sie abwechselnd in New York und auf Guadeloupe.
Louis-Philippe Dalembert

Louis-Philippe Dalembert,
Foto: Daniel Mordzinski
Louis-Philippe Dalembert, Lyriker, Romanautor, Literaturwissenschaftler und Journalist, wurde 1962 in Port-au-Prince geboren, hat die ersten 25 Jahre seines Lebens in Haiti verbracht, und durchstreift seither nach eigener Aussage als Vagabund die Welt. (Nord- und Südamerika, Karibik, Afrika, Europa, den Nahen und Mittleren Osten). Er lebt heute zwischen Paris, Rom und Port-au-Prince. Seine Bücher, die bereits in mehrere Sprachen übersetzt wurden, liegen nun endlich auch auf Deutsch vor.
Interview mit Louis-Philippe Dalembert
Louis-Philippe Dalembert bei Litradukt
Kettly Pierre Mars
Kettly Pierre Mars
Kettly Pierre Mars, geboren am 3. September 1958 in Port-au-Prince, Haiti erhielt eine klassische Bildung und arbeitete als Verwaltungsangestellte. Ab den 90er Jahren wurde sie in Haiti als Lyrikerin bekannt. Als Prosaautorin machte sie sich durch die Romane „Kasalé“ (2003) und „L’heure hybride“ (2005) einen Namen. Das Zweideutig-Unbestimmte, das in diesem Titel zum Ausdruck kommt, kennzeichnet auch ihren 2008 erschienenen Roman „Fado“.
Kettly Mars spielt eine wichtige Rolle im Kulturleben Haitis, so arbeitet sie an einer Anthologie der weiblichen haitianischen Literatur und ist Mitglied der Jury des Prix Henry Deschamps.
Kettly Pierre Mars bei Litradukt
Mehr Informationen zur Autorin
Emmelie Prophète

Emmelie Prophète
Emmelie Prophète, geboren am 15. Juni 1971 studierte Jura und Literaturwissenschaften in ihrer Geburtsstadt Port-au-Prince. Sie leitete acht Jahre lang eine Jazzsendung bei Radio-Haïti, war im Lehramt sowie als haitianischer Kulturattaché in Genf tätig und schrieb für verschiedene Zeitschriften.
Als Schriftstellerin machte sie zunächst durch die Lyrikbände „Des marges à remplir“ (2000) et „Sur parure d'ombre“ (2004) auf sich aufmerksam.
Ihr erster Roman „Le testament des solitudes“ (Das Testament der Einsamen) erschien 2007 und wurde 2009 mit dem Grand Prix Littéraire Caraïbe der’ADELF (Verband der französischsprachigen Schriftsteller) ausgezeichnet.
Emelie Prophète bei Litradukt
Gary Victor

Gary Victor: Privatfoto
Gary Victor, geboren 1958 in Port-au-Prince, Haiti, ursprünglich Agronom, gehört zu den meistgelesenen Schriftstellern seines Landes. Viele seiner Gestalten sind zu feststehenden Typen geworden. Außer Romanen, Erzählungen und Theaterstücken, für die er mit mehreren Preisen ausgezeichnet wurde, schreibt er auch Beiträge für Rundfunk und Fernsehen, die in Haiti regelmäßig für Aufregung sorgen. Sein schonungsloser Blick auf die Gesellschaft stellt ihn in die Tradition der Sozialromane des 19. Jahrhunderts und macht ihn zum subversivsten Gegenwartsautor Haitis.
Gary Victor bei Litradukt
Abdourahman A. Waberi

Abdourahman A. Waberi
Abdourahman A. Waberi, geboren 1965 in Dschibuti, lebt seit 1985 in Caen, Frankreich als Englischlehrer, Literaturkritiker und Autor. Im frankophonen Raum bereits durch seine preisgekrönte Dschibuti-Trilogie aus „Le pays sans ombre“, „Cahier nomade“ und „Balbala“ sowie den Roman „Transit“ bekannt geworden, machte er zur Zeit in Deutschland durch den satirischen Roman „In den Vereinigten Staaten von Afrika“ (Nautilus-Editionen) auf sich aufmerksam. 2006/2007 hielt er sich im Rahmen des Künstlerprogramms des DAAD in Berlin auf.
„Schädelernte“ stellt einen der herausragendsten Beiträge zum Versuch, sich dem Genozid in Ruanda schreibend zu nähern, dar.
„Unter den afrikanischen Gegenwartsautoren ist Abdourahman A. Waberi sicherlich einer der innovativsten – sowohl inhaltlich als auch formal“ (Baptiste Liger, Lire, Mai 2005)
Abdourahman A. Waberi bei Litradukt